What Children Need When Their Parents Separate

A separation changes a family’s daily life. Parents have many questions—and so do children: What will stay the same? What will change? And can I still count on both parents?

Even if you’re still trying to find your own footing, you can provide your children with a sense of stability. You don’t have to have an answer to everything right away. What matters most is taking their questions and feelings seriously and being there for them in a reliable way. The following suggestions can help you do just that.

Ein Kind spricht mit seinen Eltern, die ihm aufmerksam zuhören.

Klarheit geben –
auch wenn noch Fragen offen sind

Wie sagen wir es unseren Kindern? Und was können wir erklären, wenn wir selbst noch nicht wissen, wie es weitergeht?

Sprechen Sie mit Ihren Kindern altersgerecht darüber, was sich verändert und was bestehen bleibt. Wenn es möglich ist, bereiten Sie das Gespräch gemeinsam vor und führen es zusammen. Im Mittelpunkt stehen die Fragen der Kinder: Wo werde ich wohnen? Wann sehe ich Mama oder Papa? Kann ich weiter zum Fußball und meine Freunde treffen?

Sie dürfen offen sagen, dass manches noch ungeklärt ist. Hilfreicher als vorschnelle Versprechen ist eine verlässliche Zusage: „Das wissen wir noch nicht. Wir kümmern uns darum und sagen dir Bescheid.“

Die Gründe für die Trennung müssen Kinder nicht im Einzelnen kennen. Wichtig ist die Botschaft: Du bist nicht schuld. Und du musst unsere Probleme nicht lösen.

Verlässlichkeit im Alltag schaffen

Wenn sich vieles verändert, geben vertraute Abläufe Orientierung. Dazu können feste Betreuungszeiten, wiederkehrende Rituale und klare Absprachen über Ferien oder Übergaben gehören. Auch Freundschaften, Schule und Freizeitaktivitäten sind wichtige Bezugspunkte.

Versuchen Sie, Vereinbarungen einzuhalten und unvermeidbare Änderungen frühzeitig zu erklären. Dabei muss nicht in beiden Haushalten alles gleich sein. Kinder brauchen vor allem die Erfahrung, dass ihre Eltern sich kümmern und Absprachen verlässlich gestalten.

Vermitteln Sie Ihrem Kind, dass es beide Eltern lieben darf. Welche Kontakte und Regelungen möglich und passend sind, richtet sich nach seiner Situation und seinen Bedürfnissen. Schutz und Sicherheit haben dabei Vorrang.

Zuhören, ohne Entscheidungen aufzubürden

Kinder erleben eine Trennung unterschiedlich. Manche stellen viele Fragen, andere ziehen sich zurück oder beschäftigen sich zunächst scheinbar unberührt mit ihrem Alltag. Geben Sie ihnen Raum, auf ihre Weise zu reagieren.

Fragen Sie nach ihren Erfahrungen: „Wie geht es dir mit den Wechseln?“ oder „Was würde dir den Alltag leichter machen?“ Hören Sie zu, ohne eine bestimmte Antwort zu erwarten oder das Gesagte sofort zu bewerten.

Kinder dürfen Wünsche äußern. Die Verantwortung für Entscheidungen bleibt bei den Erwachsenen. Sie sollten nicht wählen müssen, welcher Elternteil recht hat oder wen sie lieber mögen.

Auch Trauer, Wut und widersprüchliche Gefühle dürfen Platz haben. Manchmal hilft ein einfacher Satz: „Ich merke, dass dich das beschäftigt. Wenn du reden möchtest, höre ich dir zu.“ Nicht jedes Gespräch muss sofort zu einer Lösung führen.

Den Blick der Kinder einnehmen

In einem Trennungskonflikt kann es schwerfallen, die eigenen Verletzungen und die Bedürfnisse der Kinder auseinanderzuhalten. Ein Perspektivwechsel kann helfen:

Was erlebt mein Kind gerade? Was braucht es, um sich sicher zu fühlen? Und wie wünsche ich mir, dass es später auf diese Zeit zurückblickt?

Versuchen Sie, Ihr Kind aus den Auseinandersetzungen zwischen Ihnen herauszuhalten. Absprachen gehören in das Gespräch der Erwachsenen. Kinder sollten weder Nachrichten überbringen noch über den anderen Haushalt berichten müssen.

Sie müssen Ihre eigenen Gefühle nicht verbergen. Wichtig ist, dass Ihr Kind nicht die Aufgabe bekommt, Sie zu trösten, Partei zu ergreifen oder zwischen Ihnen zu vermitteln.

Zeit lassen – und Unterstützung annehmen

Eine neue Familiensituation entsteht nicht mit einer einzigen Vereinbarung. Kinder und Eltern brauchen Zeit, um sich an Veränderungen zu gewöhnen. Fragen können wiederkommen, Gefühle sich verändern und zunächst passende Regelungen später eine Anpassung brauchen.

Bleiben Sie ansprechbar, ohne Gespräche zu erzwingen. Gerade wenn neue Partnerschaften oder weitere Familienmitglieder hinzukommen, lohnt es sich, aufmerksam zuzuhören und Erwartungen behutsam miteinander abzustimmen.

Auch Ihre eigenen Kräfte sind begrenzt. Unterstützung für sich selbst anzunehmen, kann Ihnen helfen, wieder mehr Ruhe und Orientierung zu finden. Sie müssen diese Zeit nicht allein bewältigen.

Gemeinsam Eltern bleiben

Sie müssen als Eltern nicht in allem einer Meinung sein. Entscheidend ist, einen Umgang zu finden, der Ihre Kinder entlastet und ihnen verlässliche Beziehungen ermöglicht.

In der Familienmediation unterstütze ich Sie dabei, unterschiedliche Bedürfnisse zu verstehen und konkrete Vereinbarungen für Ihren Alltag zu entwickeln. Dabei kann es um Betreuung und Übergaben ebenso gehen wie um die Frage, wie Sie künftig miteinander sprechen und Entscheidungen treffen.

Wenn es für Ihre Familie passend ist, können auch die Perspektiven Ihrer Kinder in einem sorgfältig vorbereiteten Rahmen einbezogen werden. Ihre Anliegen erhalten Gehör; die Verantwortung bleibt bei Ihnen als Eltern.

Zum Weiterlesen

Figdor, Helmuth (2011): Scheidungskinder: Wege der Hilfe. 7. Auflage. Psychosozial-Verlag.

Largo, Remo; Czernin, Monika (2022): Glückliche Scheidungskinder – Was Kinder nach der Trennung brauchen. 5. Auflage. Piper Verlag.

Matthäus, Thomas; Lütkehaus, Isabell (2021): Umgang im Wechselmodell – Eine Familie, zwei Zuhause: Gleichberechtigt Eltern bleiben nach Trennung und Scheidung. Beck dtv.

Mergell, Milena; Baum, Thomas (2022): Unser Kind hat zwei Zuhause – Erfahrungen aus 9 Jahren Wechselmodell. Komplett-Media.

Nolde, Marianne (2020): Eltern bleiben nach der Trennung – Was Ex-Partner für sich und ihre Kinder wissen sollten. Knaur Verlag.